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HF-Technik

Ultra-breitbandiger und vollsymmetrischer


Verstärker
Der LMH3401 von Folgenden konkreten Anwen-
Texas Instruments dungsmöglichkeiten entspricht
der LMH3401 in besonderer
ist ein vielseitig Weise:
verwendbarer • GSPS-ADC-Treiber
High-Performance-
• ADC-Treiber für Highspeed
Verstärker, der im DAQ
Frequenzbereich von
• A DC-Treiber für 1-GBPS-
DC bis 2 GHz eine Ethernet over Microwave
sehr geringe Flatness
• DAC-Puffer
aufweist und dessen
3-dB-Grenzfrequenz bei • Breitbandige Verstärkerstufen
7 GHz liegt. • Level Shifter
Dieser Baustein wurde für
Anwendungen in den Bereichen Einfache Anwendung
HF, ZF und für Highspeed- In Bild 1 auch ist die interne
sowie Time-Domain-Applika- Grundstruktur des LMH3401
tionen entwickelt. zu sehen. Die beim klassischen
Differenzverstärker üblichen
Er arbeitet an einfachen oder Gegenkopplungs-Widerstände
geplitteten 3,3 oder 5 V und eig- sind mit integriert und verleihen
net sich optimal sowohl für DC- dem Bauteil seine feste Verstär-
LMH3401EVM Entwicklungsboard mit dem LMH3401 „on board“. kung. Diese beträgt für Span-
als auch AC-Kopplung in vielen
Fällen, wo eine Single-ended-to- nungen 200 Ohm/12,5 Ohm = 16
zess gefertigt und besitzt ein Leistungsfähigkeit verbraucht
Differential-Wandlung (Symme- bzw. etwa 24 dB. Die Hersteller-
Platz sparendes und anwender- der LMH3401 nur nominell
trierung, Balun) erforderlich ist, angabe 16 dB bezieht Quellwi-
freundliches 14-poliges UQFN- 275 mW an einfachen 5 V. Ein
speziell, wenn ein Analog/Digi- derstände von 50 Ohm ein und
Gehäuse (Bild 2). Power-down-Feature ist zudem ist von daher unüblich.
tal-Wandler angesteuert werden
muss (Bild 1). Seine Leistungsmerkmale vorhanden. Bild 3 beweist, dass die Ver-
Der LMH3401 weist nur sehr machen den LMH3401 sehr stärkung bis 2 GHz äußerst fre-
geringe Verzerrungsprodukte gut geeignet für diverse Appli- Ein Common-Mode-Refe- quenzlinear verläuft. Dies ist
zweiter und dritter Ordnung kationen, wie etwa Tests und renzeingang bietet die Mög- auch in anderen Betriebswei-
auf, egal, ob er in den Konfigu- Messungen, Breitband-Kom-
lichkeit, den Verstärkerausgang sen der Fall.
rationen „Single-ended-Input to munikationslösungen oder
Differential-Output“ oder „Dif- Highspeed Data Acquisition. mit einer Gleichtaktspannung Zusätzlich zu den Feedback-
ferential-Input to Differential- Eine duale Versorgung ist leicht zu beaufschlagen, um den Ein- Widerständen gibt es noch
Output“ (konsequente Diffe- möglich, wenn die Anwendung gängen von ADCs besser zu interne Begrenzungswiderstände
renzverstärkung) betrieben wird. es erfordert. Trotz seiner hohen entsprechen. von 10 Ohm im Ausgang.
Einige Onchip-Widerstände ver-
einfachen die Gestaltung des
Leiterplatten-Layouts.

Vielseitig einsetzbar
Der LMH3401 wird mit Texas
Instruments´ weitentwickeltem
Complementary-BiCMOS-Pro-

Quelle:
Texas Instruments: LMH 3401
– 7-GHz, Ultra-Wideband,
Fixed-Gain, Fully-Differential
Amplifier, December 2014 Bild 1: Typische Anwendung des LMH3401 als aktiver Balun und Treiber für einen ADC

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HF-Technik

Bild 2: Übersichtliche Pin-Belegung.

Der LMH3401 ist spanungs- Der LMH3401 kann auch


rückgekoppelt (Voltage Feed- an gesplitteten (symmetri-
back Amplifier, VFA) auf Basis schen) Versorgungsspannungen
eines fully-differential Ampli- arbeiten. Am meisten genutzt
fiers (FDA) und erreicht so werden ±2,5 V. In diesem Fall
eine 7-GHz-Bandbreite bei 3 liegt der Pin VS+ an 2,5 V und
dB Abfall. Der Kern-Differenz- der Pin VS- an -2,5 V, während
verstärker ist leicht unkompen- die GND-Pins an Masse liegen.
siert und bietet daher eine hohe Mit einer ±2,5-V-Versorgung
Slew Rate sowie die klassenbe- ist der Ausgangs-CM-Bereich
ste Frequenzlinearität bis 2 GHz. 0 V ±1 V, während der Ein-
Erhält der Power-down-Pin mehr gangs-CM-Bereich von -2,5 bis
als 1,2 V, nimmt der LMH3401 +1 V reicht. Stets sind externe
sehr wenig Ruhestrom auf. Der Bypass-Kondensatoren nach
Signalpfad führt nun durch die den üblichen Design-Regeln
Widerstände. vorzusehen.

Betriebs- und Gleich­ Zur Beschaltung Bild 3: Auf 0 dB normierte Verstärkung über der Frequenz mit
taktspannung Wie der LMH3401 norma- ±2,5 V und 400 mV Spitze-Spitze am Ausgang
Der LMH3410 lässt sich mit lerweise geschaltet wird, um
Input und differential Output nutzten Eingangs-Pin mit der
einfacher Betriebsspannung massebezogene (single-ended)
ist 16 dB. gleichen Spannung wie die DC-
(Single-Supply) von 3,3 bis 5,25 Signale zu verstärken und zu
Eingangsspannung beaufschla-
V betreiben. Dies ist dann gut symmetrieren, also in Differen-
möglich, wenn der Signalpfad tial-Output-Signale zu wandeln, Um bestmögliche Balance und gen. Bei 5 V Betriebsspannung
an Eingang und Ausgang AC- zeigt Bild 1 ebenfalls. Die Ver- den kleinsten Offset am Ausgang können das z.B. je 2,5 V sein.
gekoppelt ist. stärkung zwischen single-ended zu erhalten, muss man denunge- Achtung, die Eingangsimpedanz

Wie bei allen FDAs wird der


Mittelwert der Ausgangsspan-
nung von einer separaten Com-
mon-Mode-Scheife gesteuert.
Der optimale Wert kann dem
VCM-Eingang zugeführt wer-
den. Der mögliche Bereich
erstreckt sich ab 1,1 V bis
zur halben Betriebsspannung.
Wenn diese 3,3 V beträgt, ist
der Bereich also recht schmal.
Jedoch bei 5 V sind Werte zwi-
schen 2 und 3 V gut möglich.
Beim Eingang gibt es bezüglich
Common-Mode-Spannung mehr
Flexibilität: Der Bereich beginnt
bei Masse und endet 1 V über
der halben Betriebsspannung. Bild 4: Beeinflussung von Verstärkung und Eingangswiderstand durch Serienwiderstände im
Bei 5 V beträgt er also 0...3,5 V. Eingang.

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HF-Technik

Während der Betrieb einer Lei-


tung aus einer Quelle mit mög-
lichst kleinem Innenwiderstand
oft optimal ist, verlangen Filter
meist eine bestimmte Quell-
Impedanz. Ist diese größer als 20
Ohm, dann sollte man in die Aus-
gangsleitungen des LMH3401
noch externe Serienwiderstände
legen. Natürlich gelingt mit
diesen Widerständen auch eine
Pegeloptimierung, etwa für den
nachfolgenden ADC.
Ist zum Betrieb des ADCs eine
Vorspannung erforderlich, so
kann man diese bei DC-Kopp-
Bild 5: Z.B. mit Widerständen gegen Masse erfolgt bei DC-Kopplung das Verschieben der CM- lung an den LMH3401 von des-
Spannung. sen Ausgang ableiten, wobei ein

Bild 6: Mögliches Biasing der CM-Spannung bei AC-Kopplung

entspricht nicht dem Gegenkopp-gegeben werden, kommt man


lungswiderstand 12,5 Ohm, da im einfachsten Fall ohne äußere
dieser hier nicht an virtuellerWiderstände aus. Mit solchen
Masse liegt, sondern beträgt 50kann man bedarfsweise die Ver-
Ohm (Berechnung s. Datenblatt). Bild 7: Unter 1 GHz bleibt der Balance-Fehler vertretbar gering.
stärkung reduzieren und gleich-
zeitig den Eingangswiderstand
Soll ein symmetrisches Signal erhöhen. Ein entsprechendes
verstärkt und als solches aus- Beispiel bringt Bild 4.

Wichtige Features:
• konsequenter Differenzverstärker
• feste Verstärkung mit Onchip-Widerständen
• Ausgangs-Common-Mode-Steuerung
• Single- oder Split-Versorung
• Kleinsignal-Bandbreite 7 GHz
• frequenzlineare Bandbreite 2 GHz
• Power-down-Funktion
• hervorragende Single-ended to Differential Conversion
• geringe harmonische Verzerrungen
• erstklassige OIP3-Performance bis 2 GHz
• Rauschmaß 9 dB bei 200 MHz
• Slew Rate 18 V/ns Bild 8: Wegen der sehr hohen Grenzfrequenz haben auch kleine
• Stromaufnahme typ. 55 mA Lastkapazitäten schon eine erhebliche Auswirkung auf den
Frequenzgang.

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Bild 9: Verlauf der vier S-Parameter über der Frequenz Bild 10: Bis 1 GHz bleiben die harmonischen Verzerrungen sehr
gering.
Shifting mit Spannungsteilern Bandbreite bei zusätzlicher kapa-
gemäß Bild 5 möglich ist. Bei zitiver Last.
AC-Kopplung greift man z.B.
auf die vom ADC bereitgestellte Die Verläufe aller vier S-Para-
CM-Spannung zurück und nutzt meter findet man in Bild 9.
für das Biasing die Grundschal- Wie die harmonischen Verzer-
tung nach Bild 6. rungen zweiter und dritter Ord-
nung (HD2 und HD3) über der
Interessante Kennwerte Frequenz bei 2 V Spitze-Spitze-
Ausgangsspannung verlaufen,
In Bild 1 arbeitet der LMH3401 stellt Bild 10 dar. Zahlreiche wei-
als aktiver Balun. Zum Balance- tere Diagramme im Datenblatt
Fehler informiert Bild 7. Der informieren über HD2 und HD3
Hersteller informiert in zahl- in Abhängigkeit der gewählten
reichen Diagrammen über das CM-Spannungen.
Verhalten des LMH3401. Hier-
bei gilt in der Regel die Single- Bild 11 betrifft die Inermodu-
ended-Eingangskonfiguration lationsverzerrungen mit Tönen
im Betrieb an ±2,5 V mit einer von je 1 V Spitze-Spitze am
CM-Spannung von 0 V, zwei Ausgang. Hier werden hervor-
externen Ausgangswiderstän- ragende Werte erreicht, z.B. für
den von 40 Ohm und 200 Ohm den OIP3 45 (33, 24) dBm bei
Lastwiderstand. Bild 8 zeigt den 200 MHz (1, 2 GHz). Bild 11: Verlauf der Intermodulations-Verzerrungen über der
Rückgang der nutzbaren linearen FS Frequenz

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